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Das Baden von Maine Coons

Irgendwann kommt im Leben jeder Maine Coon der Tag an dem sie ein Bad nötig hat ...

Sei es das Showbad vor einer Ausstellung oder eine Exkursion in das
Innere eines Misthaufens..., auch springlebendige Untermieter können
ein Grund sein. Wie aber badet man eine Maine Coon ohne Schweißer- Handschuhe, Stahlkappensicherheitsschuhe und Ritterrüstung?
Es ist in der Tat nicht ganz einfach seine Katze von der Notwendigkeit
solcher Hygienemaßnahmen zu überzeugen. Jeder Katzenbesitzer hat
sicherlich schon einmal eine solche Katzenwäsche hinter sich gebracht:

Mit der rechten Hand im Nackenfell wird das arme, (um sein Leben strampelde) Tier ins Spülbecken gesetzt und durchnäßt. Dann folgt der akrobatische Teil, die Katze mit der linken Hand zu schamponieren und zu spülen. Irgendwann gelingt dann der gepeinigten Kreatur (in wild eingeschäumtem Zustand) die Flucht unters Bett...
So oder so ähnlich spielt sich das wohl hundertfach in deutschen Küchen ab. Meistens ist dann alles pitschnaß, die Katze am Rande des Nervenzusammenbruchs und man selbst sieht aus als wäre “Freddy Krüger” auf einen Sprung vorbeigekommen.
Nach einem solchen frustrierenden Spülbeckenbad habe ich eine für Mensch und Tier weniger stressige Methode endeckt - die Duschkabine!

Man benötigt dazu: ein gut geheiztes Badezimmer, eine Duschkabine, ein mildes spezielles Tiershampoo, Berge von Frottierhandtüchern - oder viel besser ein spezielles supersaugfähiges Hundehandtuch (z.B. das Torka Hundetuch der Fa. Sabro ca 10 Euro im guten Tierfachgeschäft) so ein 50x60 cm großes Tuch kann gut einen Liter Wasser aufnehmen.
Solchermaßen gut ausgerüstet kann es losgehen. Als erstes sollte man die Katze gut ausbürsten um Knötchen zu lösen und abgestorbene Haare zu entfernen.

Nun deponiert man Shampoo und Tierhandtuch in der Duschkabine - und dann geht man GEMEINSAM mit dem “Delinquenten” duschen. Zuerst wird das Überlaufsrohr in den Abfluß gesteckt und die Dusche auf mittelwarm angeschaltet. Ihre Maine Coon wird nun ein ziemliches Gejammer veranstalten und an der Kabinentür kratzen, aber da Coonies sehr intelligente Tiere sind begreifen sie sehr schnell, daß man DA trocken nicht wieder herauskommt...
Solchermaßen frustriert lassen sie nun gottergeben die Reinigungsprozedur über sich ergehen. Wenn der Wasserstand ca. 10 cm erreicht hat kann man beginnen die Katze gut zu durchnässen, das ist aber wegen des wetterfesten Maine Coon Fells gar nicht so einfach wie man denkt. Ist die Katze nun bis auf die Haut naß, wird sie vorsichtig shamponiert - dabei aber unbedingt das Gesicht auslassen. Bei extremem Katerfettschwanz ist etwas Geschirrspülmittel sehr gut geeignet um das Fett herauszulösen - aber bitte nur am Schwanz verwenden!
Nun kommt der wichtigste Teil: Spülen, spülen, spülen...

Das man dabei den Brausekopf nicht auf “Polizei-Wasserwerfer-Massagestrahl” einstellt ist eigentlich klar, sei aber für etwas unsensible Naturen noch einmal erwähnt ;-)
Ist das Wasser völlig abgelaufen und die Katze klitschnaß und “porentief rein” kann man mit dem Trocknen beginnen. Zuerst das Torka Handtuch anfeuchten und gut auswringen, dann kann man es vorsichtig um die Katze legen (nicht rubbeln - das gibt Knötchen). Hat sich das Tuch gut vollgesaugt kann man es wieder auswringen usw. So bekommen Sie Ihre Maine Coon in kürzester Zeit sehr schön trocken. Nun können Sie die Duschkabine öffnen.
Im Sommer reicht es, die noch leicht feuchte Katze vor Zugluft zu schützen bis sie ganz trocken ist. Im Winter, oder wenn man die Katze mit Frottiertüchern nur mäßig trocken bekommt, muß sie noch in die “Fön-Box” um Erkältungen vorzubeugen.
Da für die meisten Katzen ein lärmender Fön ein absolut apokalyptisches Instrumentarium ist, hat sich folgende Konstruktion sehr gut bewährt:
Die Katze wird auf ein Handtuch in eine Transportbox gesetzt und die Türe wird gut verschlossen. Dann stellt man in etwa 50 cm Entfernung einen möglichst leisen Heizlüfter auf und stellt diesen auf die kleinste Heizstufe ein.
Wichtig: Der Heizlüfter muß unbedingt eine sanfte Heizstufe haben!
Vom preisgünstigen Modell “Höllenfeuer” mit den zwei Einstellungen “Alles oder Nix” ist dringend abzuraten!!! Nach etwa 15 Minuten ist Ihr Coonie dann völlig trocken, je besser man mit dem Handtuch vorgetrocknet hat um so schneller geht’s dann in der “Föhn Box”.

So, das war’s eigentlich schon. Mit etwas Übung hat man eine Maine Coon in einer halben Stunde in ein bühnenreifes Fellwölkchen verwandelt.
Es gibt sicherlich auch Züchter für die ein aufwendiges “Show-Grooming” das Maß aller Dinge ist, wobei die Katzen mit zig verschiedenen Präparaten stundenlang gebadet werden. Wenn man die Kätzchen von klein auf an diese Prozedur gewöhnt, lassen sie es sich auch klaglos gefallen. Allerdings glaube ich nicht - und das ist natürlich nur meine eigene subjektive Meinung - daß das unbedingt nötig und sinnvoll ist...

So, nun viel Spaß beim Duschen zu zweit !

Und keine Angst: Gott verzeiht - Maine Coons auch!
(sie kommen schon nach 5 Minuten wieder zum Schmusen - garantiert....)

Fön-Box-Konstruktion:

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