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Katzenausstellungen

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- Vorbereitungen
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- Warum das alles...
- Besucher Knigge (bitte lesen...)

maine coon

Katzenausstellungen finden meistens am Wochenende statt. Fast alle Ausstellungen liegen
im Frühjahr und im Herbst. Es gibt Ein- und Zweitagesveranstaltungen für alle Rassen,
die teilweise auch Sonder-Shows für spezielle Katzenrassen enthalten.
Die Termine für Ausstellungen in Ihrer Nähe erfahren Sie in Katzenfachzeitschriften oder
im Internet in den einschlägigen Katzenportalen.
Sie müssen nicht unbedingt Mitglied in einem Katzenverein sein um Ihre Katze auszustellen.
Gezeigt werden können Rassekatzen wie auch Hauskatzen ohne Stammbaum, Katzen allen Alters, kastrierte wie unkastrierte Tiere - die Bandbreite ist also groß...
Die Preise liegen ca. bei 20-25 Euro je nach Veranstalter pro Katze und Tag.

Vorbereitungen:

Sie benötigen für eine Ausstellung einige Dinge:

Impfpaß der Katze, Anmeldebescheinigung, Transport-Box, Pflegeartikel wie Bürste, Kamm, Puder, usw... Ausstellungs-Katzen-Toilette (diese Mini-Klos gibt es oft auf den Ausstellungen direkt zu kaufen oder sie sind auch im Tiergeschäft als Hasen-Toiletten erhältlich), etwas Katzenstreu, einen Müllbeutel, eine Streuschaufel, einen Teppichrest
oder eine Decke 70x70 cm als Bodenbelag, zwei Vorhänge 70x70 cm zur Abgrenzung der Nachbarkäfige oder besser einen Überwurf 70x210 cm, der über den Käfig gelegt wird -
die Katze ist meist ruhiger wenn der Käfig von oben bedeckt ist, etwas Trinkwasser und Futter, einen Waschlappen und ein Handtuch (für eventuelle “Unfälle” während der Fahrt zur Ausstellung...) und last but not least - gute Nerven...

Wenn Sie Ihre Katze ausstellen möchten, sollte sie selbstverständlich sauber, gesund, geimpft, frei von “Untermietern” und nicht trächtig sein.
Weiterhin muß die Katze in der richtigen Ausstellungsklasse gemeldet sein, denn Titel die in der falschen Klasse errungen wurden sind ungültig.

Die einzelnen Klassen:

-Hauskatzen (Katzen ohne Stammbaum)
-Wurfklasse, ab 3 Kitten - Alter 10-13 Wochen
-Babyklasse, Einzeltier - Alter 10-13 Wochen
-Kittenklasse, Alter 3-6 Monate
-Jugendklasse, Alter 6-10 Monate
-Offene Klasse, ab 10 Monate, Meldung für CAC
-Kastraten Klasse, ab 10 Monate, Meldung für CAP
-Championklasse, Meldung für CACIB
-Premiorklasse, (Kastraten) Meldung für CAPIB
-Int. Champion Klasse, Meldung für CAGCIB
-Int. Premior Klasse, (Kastraten) Meldung für CAGPIB
-Großer Int. Champion Klasse, Meldung für CACE
-Großer Int. Premior Klasse, Meldung für CAPE
-Europa Champion Klasse, Meldung für GCACE
-Europa Premior Klasse, Meldung für GCAPE
-Großer Europa Champion Klasse, Meldung für CACM
-Großer Europa Premior Klasse, Meldung für CAPM
-Weltchampion Klasse
-Weltpremiorklasse

Ablauf einer Ausstellung:

Einlaß ist für die Aussteller meist zwischen 7 und 9 Uhr. Erst müssen Sie Ihr Anmelde- formular abgeben und dann mit Ihrer Katze durch die Tierarztkontrolle.
Nun können Sie den Käfig mit der Ihnen zugewiesenen Nummer aufsuchen, ihn einrichten und Ihre Katze hineinsetzen. Etwa gegen 10 Uhr ist der Einlaß für die Besucher und es wird mit dem Richten begonnen - es kann also losgehen...

Das Richten:

Wird man mit seiner Käfignummer aufgerufen begibt man sich mit seiner Katze zum Richtertisch. Auf manchen Ausstellungen werden die Katzen auch von “Stewards” am Käfig abgeholt, aber inzwischen ist es fast überall üblich das man seine Katze selber tragen darf - was für die Tiere natürlich angenehmer ist.

Bewertungen:
Die Katzen werden nach einem Punktesystem gerichtet, daß für jede Rasse nach dem internationalen Standard festgelegt wurde.
Eine perfekte Katze kann maximal 100 Punkte erreichen, ein Wert der aber nur sehr
selten erreicht wird.

Vorzüglich (v) entspricht 88-100 Punkten
Sehr gut (sg) entspricht 76-87 Punkten
Gut (g) entspricht 61-75 Punkten
Ziemlich gut (zg) entspricht 46-60 Punkten

Will man neben einem “V” noch eine Siegeranwartschaft erhalten, so sind je nach Klasse in der die Katze antritt, für ein CAC 93 Punkte, für ein CACIB 95 Punkte, für ein CAGCI 97 Punkte, für ein CACE 97 Punkte, für ein GCACE 97 Punkte und für ein CACM 98 Punkte nötig. Jede Siegeranwartschaft wird pro Rasse, Geschlecht und Farbe nur einmal vergeben, gerichtet wird getrennt nach Rasse, Farbe und Geschlecht.

Ist eine Katze 10 Monate alt, kann man sie in der offenen Klasse (CAC) melden.
In dieser Klasse wird das CAC (Certificat d’Aptitude au Championat) vergeben. Es wird für jede Farbe und hier jeweils für jedes Geschlecht nur einmal vergeben und ist eine Anwartschaft auf den Championtitel. Hat eine Katze 3 CACs von 3 verschiedenen Richtern gewonnen, so ist sie berechtigt den Titel “Champion” zu führen.
Ein Champion wird nun in der Championklasse CACIB ausgestellt. Dort sind wieder drei Anwartschaften CACIBs nötig (eine davon muß im Ausland erworben sein) um den Titel “Internationaler Champion” führen zu dürfen.
Bei Kastraten (Premioren) verhält sich alles analog.
So kann bei entsprechenden Qualitäten der Katze (und Ehrgeiz des Besitzers) die Karriere immer weiter gehen bis hin zum Worldchampion. Dabei müssen drei Anwartschaften in drei verschiedenen Ländern errungen werden, eine davon auf einem anderen Kontinent, oder ersatzweise auf einer speziellen Weltausstellung.

Während ihrer gesamten Siegerlaufbahn dürfen die Katzen auch um die begehrten Titel
“Rassesieger” und “Best in Show” konkurrieren.

Rassesieger (Best in Variety):
Alle Tiere einer Farbe, die eine Siegeranwartschaft bekommen haben konkurrieren gegen-
einander um den Titel “Best in Variety” (Beste Farbe). Bei den meisten Verbänden müssen mindestens 4 Tiere einer Farbe und Rasse anwesend sein damit der Titel vergeben wird, das ist bei seltenen Farben allerdings oft schwierig.
Darum werden bei mangelnder Konkurrenz teilweise auch Sonderpreise für Tiere vergeben, die so schön sind daß sie ein “Best in Variety” verdient hätten.

Best in Show:
Den Höhepunkt jeder Katzenausstellung bildet zweifellos die Wahl der “Best in Show”.
Es werden die besten Tiere aus den Klassen Langhaar, Halb-Langhaar (z.B. Maine Coon) und Kurzhaar gewählt. Sie werden von den Richtern für “Best in Show” nominiert.
Begonnen wird meistens mit den Katern - ist der beste Kater gewählt folgt die beste Katze.
Diese beiden Tiere werden dann noch einmal verglichen und das beste Tier erhält den Titel “Best in Show”, das andere Tier “Best Opposite Sex”.
Es werden sofern Nominierungen vorliegen, für alle drei Kategorien (Lang- bis Kurzhaar) und für die Klassen Kitten, Erwachsene und Kastraten jeweils die Titel “Best in Show” und “Best Opposite Sex” vergeben.
Ganz zum Schluß wählt man rasseübergreifend noch aus allen “Best in Show” Gewinnern die schönste Katze aus, die dann das “Best over all” gewonnen hat.

Warum sind Ausstellungen wichtig ?

Das alles klingt sicherlich entsetzlich kompliziert und undurchschaubar.
Viele werden sich fragen: Wozu der ganze Aufwand...?
Einerseits sind Katzen-Shows sicherlich ein Jahrmarkt der Eitelkeiten. Es spielen sich regelrecht menschliche Tragödien ab, wenn die Mieze eines erfolgsverwöhnten Ausstellers mal nicht auf die Bühne kommt und so ein “Blindgänger” von Richter den “häßlichen Waldschrat” aus dem Nachbarkäfig besser bewertet hat ;-)

Andererseits sind solche Ausstellung wichtig für Züchter um die eigenen Tiere in der Qualität des Typs realistisch einschätzen zu lernen.
Katzenausstellungen sind auch ein wunderbarer Treffpunkt für Katzen-Begeisterte, man kann über ein Lieblingsthema “schnacken”, ultimatische Neuigkeiten austauschen, nette Freunde finden, Katzenzubehör kaufen oder einfach nur in der Fülle der verschiedenen Katzenrassen schwelgen.
Nicht jeder Aussteller kommt zu solchen Veranstaltungen um verbissen auf Pokaljagd zu gehen. Viel bewundernswerter sind jene Aussteller, die tapfer und selbstbewußt immer wieder mit Vertretern des “alten Typs” dabei sind, wie z.B. Persern mit Nase, gemäßigten Orientalen oder Maine Coon Outcross-Tieren. Diese Aussteller können natürlich keinen Blumentopf gewinnen, aber sie zeigen unentmutigt das es auch noch Perser mit richtiger Nase gibt und das Siamesen und Orientalen nicht so dünn wie “Kate Moss” sein müssen - jedenfalls nicht für Menschen die Katzen lieben, unabhängig vom Rassestandard -
wie unsinnig der auch immer sein mag...
Auch ganz “normale” Hauskatzen sind vertreten und werden stolz präsentiert. Sie haben vielleicht keine Ahnentafel bis zu Karl dem Großen, aber sie sind für ihre Besitzer trotzdem die edelsten und schönsten Katzen auf Erden - und wer will schon beurteilen was “edel” ist, die Natur jedenfalls stellt keine Stammbäume aus, das machen nur wir Menschen...

Die bunte Welt der Cat Fancy ist auf jeden Fall einen Besuch wert - schau’n Sie mal rein !

Ein kleiner “Besucher-Knigge”...

Für uns Katzenzüchter gibt es auf Ausstellungen einige Dinge mit hohem Frustfaktor, die aber eigentlich leicht durch Aufklärung der Besucher zu beseitigen wären.

Bitte greifen Sie nicht in die Käfige !
Das größte Problem auf Katzenshows ist das Anfassen der Katzen durch die Besucher.
Auf diese Weise übertragen sich Krankheiten wie Leukose, Katzenschnupfen, Hautpilz uwm. wie ein Lauffeuer von einer Katze zur anderen.
Die Tierarztkontrolle beim Einlaß kann leider niemals 100% garantieren, daß nur wirklich gesunde Tiere hereingelassen werden.
Jede Kontrolle bietet Schlupflöcher und es gibt sicher nur wenige Aussteller die sich noch niemals von einer Ausstellung einen Katzenschnupfen oder ein anderes “Souvenier” nach Hause mitgebracht haben...
Durch die große Anzahl von Katzen auf engstem Raum sind besondere Hygienemaßnahmen unerläßlich und darum desinfizieren sich z.B. auch die Richter nach jeder Katze die Hände und den gesamten Richtertisch.
Aus Angst um die Gesundheit ihrer Katzen verkleiden viele Aussteller die dem Publikum zugewandte Käfigfrontseite mit speziellen Klarsichtfolien, was aber den großen Nachteil birgt, daß man durch die Reflektionen des Scheinwerferlichtes auf der Schutzfolie die Katzen nur noch verschwommen sehen kann.

Bitte lassen Sie Ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt !
“freilaufende Kinder” sind für die Katzen wie auch für die Aussteller hinter den Käfigen ein ziemlicher Stress-Faktor.
So ein Ausstellungstag ist für alle Beteiligten recht lange und wenn unbeaufsichtigte Kinder ständig an die Gitterstäbe der Käfige schlagen oder die Katzen an (heraushängenden) Pfoten oder Schwänzen ziehen, ist das für die Tiere ein unzumutbarer Stress.
Auch das allseits beliebte Visiten-Karten-Sammeln der Kinder ist ein Problem.
Bitte bedenken Sie das solche Visitenkarten sehr teuer sind! Wir Züchter fertigen diese Visitenkarten liebevoll mit Farbdruck und teilweise Fotos oder Laminierungen an und solch eine Visitenkarte kostet in der Herstellung sehr viel Geld.
Mit dem mir eigenen und bekanntermaßen unerschütterlichen Optimismus schätze ich vorsichtig, daß nicht mal 40% der Visitenkarten von wirklichen Katzeninteressenten mitgenommen wird - der Rest wird von Kindern eingesammelt und später weggeworfen.

Bitte haben Sie Erbarmen mit den Ausstellern...
Ein Aussteller sitzt (abgesehen von kleinen Pausen durch das Richten) etwa 9-10 Stunden hinter dem Käfig seiner Katze und beantwortet bereitwillig alle Fragen der Besucher.
Wir mach das gerne, denn wir möchten unsere Cattery und die Katzenrasse ja gerne einem breiten Publikum vorstellen.
Wir können unsere Katzen aber nicht ständig umdrehen wenn sie sich mal von der Besucherseite abgewendet haben. Auf einer großen Katzenshow kommen oft einige hundert Besucher und ich kann durchaus verstehen das jeder die Katzen gerne von vorne und in voller Größe sehen möchte, aber wir Aussteller können halt auch nicht zaubern...
Ein besonders beliebtes Mittel die Aufmerksamkeit einer Katze zu erhalten ist das Erzeugen seltsamer Schmatz- und Sauggeräusche... bitte nicht Lachen - das ist wirklich so!
In etwa so, wie niemand an einem Kinderwagen vorbei kommt ohne “eijeijei guzzigu” zu machen, stellen sich die Besucher gerne vor den Käfig und geben Geräusche von sich,
als ob sie sich die Reste des Rindergulaschs von heute Mittag aus den Zahnlücken saugen würden... Biiiitttteeee nach etwa 3 Stunden hinter dem Käfig ist das nicht mehr lustig...

Wenn wir also alle ein bißchen Rücksicht auf einander nehmen ist so eine Katzenaus- stellung eine wunderbare Sache für alle Beteiligten.
Sowohl Besucher wie Aussteller bezahlen Eintritt bzw. Meldegebühren, aber wir sind doch alle auf einander angewiesen. Ohne Zuschauer sind Katzenausstellungen kaum finanzierbar und ohne uns Aussteller bekommt man nirgends eine solche Vielfalt von Katzenrassen zu sehen.

Also in diesem Sinne - auf ein freundliches Miteinander !

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